Personalia

1,5 Millionen Euro für die Erforschung von bio-inspirierten Materialien

Christine Selhuber-Unkel erhält ERC "Starting Grant"

11. 10. 2013 | Professorin Christine Selhuber-Unkel erhält vom Europäischen Forschungsrat (ERC) einen der begehrten ERC Starting Grants in Höhe von 1,5 Millionen Euro.
"CellInspired" heißt das Projekt von Nanowissenschaftlerin Selhuber-Unkel. Erforschen möchte sie, wie sich lebende Zellen an äußeren mechanischen Stress anpassen. Entweder verstärken die Zellen dabei ihre Anhaftung auf ihrer jeweiligen Oberfläche und werden steifer oder sie "lassen los". Wie und wann das genau geschieht, untersucht Selhuber-Unkels Team mit neuen Methoden der Kraftmikroskopie. Dazu erforscht es hochempfindliche Kraftsensoren, die man sich als winzige Messnadeln vorstellen kann. Mit diesen Sensoren wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ortsaufgelöst die Kräfte bestimmen, die Zellen auf ihre Umgebung ausüben. Wenn die biophysikalischen Vorgänge innerhalb der Zellen dann verstanden sind, möchte Selhuber-Unkel das biologische System künstlich nachahmen, und zwar mit intelligenten Polymermaterialien, die den Zellaufbau imitieren.

Christine Selhuber-Unkel
Bild vergrößern
Christine Selhuber-Unkel
"Unser Ziel sind eigenständig reagierende, biokompatible Materialien. Dies könnte zum Beispiel ein Klebeband sein, das nur in einer Richtung abgezogen werden kann, oder ein weiches Material, das steif wird, sobald eine Kraft in eine bestimmte Richtung darauf wirkt", erklärt Selhuber-Unkel. "Langfristig kann ein solches Material auch bei Implantaten oder medizinischen Hilfsmitteln zum Einsatz kommen."

Christine Selhuber-Unkel promovierte 2006 in Physik an der Universität Heidelberg über die Haftkräfte von Zellen auf nanostrukturierten Oberflächen. Als Postdoktorandin erweiterte sie ihre biophysikalischen Arbeiten am Niels-Bohr-Institut der Universität Kopenhagen. Seit 2010 ist die ehemalige Emmy-Noether-Arbeitsgruppenleiterin Professorin für Biokompatible Nanomaterialien am Institut für Materialwissenschaft der Technischen Fakultät der CAU. Daneben ist die 32-Jährige auch Projektleiterin im Kieler Sonderforschungsbereich 677 "Funktion durch Schalten", in dem schaltbare Moleküle erforscht werden.   (© Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, AcademiaNet)
Dr. Boris Pawlowski

Nähere Information zu

No more excuses!

  1. Lesen Sie in dieser Broschüre mehr über AcademiaNet und Europas Spitzenforscherinnen.

Nachrichten

  1. Die Chefin der fluoreszierenden Marker

    Im Interview spricht Andrea Rentmeister, CiM-Professorin für biomolekulare Markierungschemie, über Freud und Leid der Arbeit als Chemikerin und die Zukunft der Forschung mit fluorogenen Markern.

  2. Regine von Klitzing erhält den diesjährigen EPJ E Pierre-Gilles de Gennes Lecture Prize

    Die Herausgeber des Fachjournals wählten Regine von Klitzing aufgrund ihrer Pionierleistungen in der Polymerphysik aus.

  3. Agnieszka Chacińska erhält Copernicus-Preis

    Prof. Chacińska vom Internationalen Institut für Molekular- und Zellbiologie Warschau erhielt den Preis zusammen mit Prof. Peter Rehling von der Universität Göttingen für ihre Verdienste um die deutsch-polnische Zusammenarbeit in der Wissenschaft.

  4. Zwei in einem: Weißes Licht trägt Lasereigenschaften

    Ein interdisziplinäres Forschungsteam um Prof. Stefanie Dehnen, dem auch Prof. Kerstin Volz angehört, entwickelte eine gerichtete Weißlichtquelle.

  5. Verdienstorden für Affenforscherin Julia Fischer

    Die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić, hat Anfang Juni den Verdienstorden des Landes Niedersachsen an Julia Fischer, Professorin für Kognitive Ethologie, verliehen.