Personalia

Chinesischer Staatspreis für Katharina Kohse-Höinghaus

8. 2. 2017 | Die Bielefelder Chemikerin und AkademiaNetlerin Katharina Kohse-Höinghaus ist am 09. Januar 2017 in Peking mit der höchsten chinesischen Auszeichnung für internationale Wissenschaftskooperationen geehrt worden. Staatspräsident Xi Jinping gratulierte ihr persönlich und überreichte ihr die Urkunde in der Großen Halle des Volkes. Die Volksrepublik China würdigt Kohse-Höinghaus dafür, dass sie die grundlegende Verbrennungsforschung in dem Land etabliert und gefördert hat und dass sie sich für chinesische Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler engagiert.

Der Titel der Ehrung lautet „2016 International Science and Technology Cooperation Award of the People's Republic of China“ (zu deutsch: Auszeichnung für Internationale Wissenschafts- und Technologie-Kooperation der Volkrepublik China). Professorin Katharina Kohse-Höinghaus ist Expertin für die effektive Nutzung von Energie und die möglichst schadstoffarme Verbrennung. Das Thema spielt für die Industrie der Volksrepublik eine wichtige Rolle – im September 2016 ist China dem UN-Klimaschutzabkommen beigetreten, in dem sich Länder weltweit verpflichten, ihren CO2-Ausstoß zu senken. „Ihre [Frau Kohse-Höinghaus] Anstrengungen haben die Bedeutung Chinas für die internationale Verbrennungsgesellschaft stark erhöht“, heißt es von chinesischer Seite in der Laudatio für die AcademiaNetlerin.

Erst im Oktober 2016 war Katharina Kohse-Höinghaus von der chinesischen Regierung mit dem chinesischen Freundschaftspreis für internationale Experten geehrt worden und im Januar 2016 hatte sie den Preis für internationale Zusammenarbeit der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (Chinese Academy of Sciences, CAS) erhalten. „Diese erneute Preisverleihung ist eine ganz besondere Ehre für mich und auch eine Auszeichnung für meine chinesischen Kollegen“, freut sich die Preisträgerin. „Die Zeremonie in der Großen Halle des Volkes mit mehr als 3000 Gästen war einzigartig.“

Katharina Kohse-Höinghaus begleitet die chinesische Forschung zu Verbrennungsforschung seit mehr als zwölf Jahren, unter anderem als Ehrenprofessorin bzw. Beiratsmitglied von drei chinesischen Universitäten. “Die Volksrepublik China ist einer der bevölkerungsreichsten Staaten der Erde. Energieverbrauch und Emissionen in China haben globalen Einfluss“, erklärt Katharina Kohse-Höinghaus ihr Engagement. „China wird für die weitere Entwicklung der Verbrennungsforschung und ihre Anwendung eine Schlüsselrolle spielen.“ Derzeit bestimmen Verbrennungsprozesse mehr als 80% des primären Energieverbrauchs. Effizientere und schadstoffärmere Verbrennungen zur Energiegewinnung zu entwickeln ist ein großes Arbeitsfeld, nicht nur in China.

Die 65-Jährige leitet seit 1994 einen Lehrstuhl für Physikalische Chemie an der Universität Bielefeld. Sie engagiert sich seit mehr als 20 Jahren in hochrangigen wissenschaftlichen Organisationen: Sie ist Mitglied in der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, Präsidentin des International Combustion Institute, dem internationalen Dachverband der Verbrennungsforschung und Mitglied des Wissenschaftsrats, dem wichtigsten wissenschaftspolitischen Beratungsgremium in Deutschland. 2015 wurde sie in die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften acatech gewählt.


Zusammen mit Professorin Katharina Kohse-Höinghaus wurden vier weitere internationale Wissenschaftler mit dem gleichen Preis geehrt. Im vergangenen Jahr gehörte der Physiknobelpreisträger Carlo Rubbia zu den Ausgezeichneten. Die Volksrepublik China vergibt den Preis an internationale Wissenschaftler, Ingenieure, Manager oder Organisationen, die wichtige Beiträge zur länderübergreifenden wissenschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit mit China geleistet haben.
“Die Transformation des Energiesystems in China ist eine gigantische Aufgabe, die noch viele Chancen für die Zusammenarbeit bietet. Erfreulicherweise beginnt man nun auch in China, den Wert der Grundlagenforschung für die zukünftigen Innovationen zu sehen und entsprechende Programme aufzulegen. Da gibt es noch jede Menge zu tun!“, resümiert die frisch preisgekrönte AcademiaNetlerin für die Zukunft.
  Universität Bielefeld/AcademiaNet)

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