Personalia

ERC Advanced Grant für Informatikerin Monika Henzinger

7. 10. 2013 | Monika Henzinger, Professorin für Computational Science an der Universität Wien, erhält einen mit rund 2,4 Mio. Euro dotierten ERC Advanced Grant des Europäischen Forschungsrates.
Monika Henzinger
Bild vergrößern
Monika Henzinger
"Algorithmen sind Kochrezepte für Computer, die dem Rechner in den verschiedensten Programmiersprachen mitgeteilt, das heißt implementiert, werden können", erklärt Monika Henzinger. "Für jede Aufgabe, die ein Computer erledigen soll, braucht er ein passendes Kochrezept. Manche Algorithmen erledigen die Aufgabe schneller, andere langsamer, manche brauchen mehr Speicherplatz, andere weniger. Das Ziel der Algorithmenforschung ist es, möglichst effiziente, das heißt je nach Anwendung entweder möglichst schnelle oder möglichst speicherplatzsparende, Algorithmen zu entwickeln." Das Gebiet der Computational Science bietet dabei ein reiches Anwendungsgebiet, da dort viele neue und häufig komplizierte Aufgaben erledigt werden müssen. Computational Science ist ein interdisziplinäres Forschungsgebiet der Biologie, Chemie, Physik, der angewandten Mathematik und Informatik. Im Mittelpunkt steht der Computer, der eingesetzt wird, um ein Problem zu lösen oder einen Prozess zu simulieren.

Beim aktuellen Forschungsprojekt ist das Ziel, effizientere Algorithmen für Aufgaben, die auf graphalgorithmischen Problemen beruhen, zu entwickeln und diese dann in konkreten Anwendungen umzusetzen. Prof. Henzinger arbeitet schon jetzt an Anwendungen in der Biologie, der Computerverifikation, d.h. der automatischen Überprüfung der Korrektheit von Programmen, sowie im Internetwerbegeschäft. Die Entwicklung von weiteren Anwendungen speziell in der Computational Science ist eines ihrer Ziele, denn für Prof. Henzinger ist die computergestützte Forschung vor allem ein praktisches Werkzeug: "Die Naturwissenschaften profitieren von der Informatik und umgekehrt. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse beeinflussen unser Weltverständnis. Das Spannende darin ist, dass wir Computer benützen, um die Welt besser zu verstehen."

Monika Henzinger ist seit 2009 Professorin für Computational Science – Algorithmik und Informations- und Kommunikationstechnologie an der Fakultät für Informatik der Universität Wien. Sie studierte Informatik an der Universität des Saarlandes und schloß 1989 mit dem Diplom ab. 1989-92 folgte das Doktoratsstudium an der Princeton University. Weitere Stationen waren: 1993 Postdoc NEC Research Center, 1993-95 Assistant Professor for Computer Science, Cornell University und 1996-99 Researcher am Digital Equipment Corporation Systems Research Center. 1999 erhielt Monika Henzinger eine Professur an der Universität des Saarlandes. 2000-04 war sie Director of Research bei Google Inc. und von 2005-09 Informatikprofessorin an der EPFL, Lausanne, Schweiz.   (© Universität Wien, AcademiaNet)
Veronika Schallhart

Nähere Information zu

No more excuses!

  1. Lesen Sie in dieser Broschüre mehr über AcademiaNet und Europas Spitzenforscherinnen.

Nachrichten

  1. Regine von Klitzing erhält den diesjährigen EPJ E Pierre-Gilles de Gennes Lecture Prize

    Die Herausgeber des Fachjournals wählten Regine von Klitzing aufgrund ihrer Pionierleistungen in der Polymerphysik aus.

  2. Agnieszka Chacińska erhält Copernicus-Preis

    Prof. Chacińska vom Internationalen Institut für Molekular- und Zellbiologie Warschau erhielt den Preis zusammen mit Prof. Peter Rehling von der Universität Göttingen für ihre Verdienste um die deutsch-polnische Zusammenarbeit in der Wissenschaft.

  3. Zwei in einem: Weißes Licht trägt Lasereigenschaften

    Ein interdisziplinäres Forschungsteam um Prof. Stefanie Dehnen, dem auch Prof. Kerstin Volz angehört, entwickelte eine gerichtete Weißlichtquelle.

  4. Verdienstorden für Affenforscherin Julia Fischer

    Die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić, hat Anfang Juni den Verdienstorden des Landes Niedersachsen an Julia Fischer, Professorin für Kognitive Ethologie, verliehen.

  5. Frühe Formen der Globalisierung

    Nicole Boivin zeichnet frühe Handels- und Siedlungswege nach, meist anhand von Pflanzen- und Tierresten oder linguistischen Spuren. Diesen interdisziplinären Ansatz wird sie nach Jena mitbringen, wenn sie dort im Juli 2016 ihre neue Aufgabe als Direktorin der Abteilung Archäologie am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte übernimmt.