Forschungspreis

Geneviève Almouzni erhält den 2013 FESB-EMBO Women in Science Award

4. 3. 2013 | Der Women in Science Award der European Molecular Biology Organization EMBO und der Federation of European Biochemical Societies FEBS wurde in diesem Jahr an die Biologin Geneviève Almouzni vergeben, Professorin am CNRS Institut Curie in Paris und dessen stellvertretende Direktorin.
Mit diesem Preis werden seit fünf Jahren weibliche Forscher mit herausragenden Leistungen in der Molekularbiologie geehrt. Er soll nicht nur einen Anreiz für die Arbeit anderer Forscherinnen geben, sondern auch die Vorbildfunktion der Preisträgerinnen für zukünftige Wissenschaftlerinnen hervorheben.

Die diesjährig ausgezeichnete Professorin Geneviève Almouzni ist für ihre exzellenten Beiträge zur Forschung im Bereich der Histone und Chromatine bekannt geworden, für ihre engagierte Förderung des Fachgebietes Epigenetik in Europa, sowie für ihre aktive Rolle als Mentorin bei der Unterstützung weiblicher Wissenschaftler. Die Biologin beschäftigt sich mit den grundlegenden Mechanismen des Chromatinzusammenbaus, von den Nukleosomen bis zu höher strukturierten Formen wie sie im Heterochromatin auftreten, das sind dicht gepackte, transkriptionell inaktive Chromatin-Bereiche. Im Mittelpunkt ihrer Untersuchungen standen diese Prozesse in Zellzyklus und Entwicklung, sowie unter genotoxischem Stress. "Ihre Arbeit hat in großem Maß unser Verständnis von Chromatinaufbau und DNA-Reparatur erweitert", sagt Sir John Gurdon, Nobelpreisträger 2012 für Medizin, der mit Prof. Almouzni zusammen an der Untersuchung verschiedener Histon-Varianten gearbeitet hat, die an der nuklearen Reprogrammierung beteiligt sind.
Prof. Geneviève Almouzni
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(© EMBO)


Prof. Geneviève Almouzni | am Institut Curie in Paris

"Dies ist eine große Ehre für alle Wissenschaftler, die auf dem Gebiet von Chromatin und Epigenetik arbeiten, insbesondere für alle Frauen in der Wissenschaft", sagte die Preisträgerin, als sie von der Auszeichnung erfuhr. Im Laufe ihrer Karriere am Institut Curie war die französische Wissenschaftlerin eine inspirierende Mentorin und ein Vorbild für andere Frauen in der Wissenschaft. Sie engagierte sich zudem innerhalb der europäischen wissenschaftlichen Gemeinschaft als Koordinatorin und Mitglied internationaler Projekte wie dem FP6 Epigenome Network of Excellence und dem FP7 European Network of Excellence EpiGeneSys. Ihre Publikationsliste umfasst mehr als 160 Veröffentlichungen, und sie sitzt in zahlreichen Ausschüssen und Redaktionen einschließlich einer Tätigkeit als wissenschaftliche Beirätin des EMBO Journals. "Ihre Fähigkeit, auf allen Ebenen erfolgreich zu sein und dennoch genug Zeit und Energie für andere aufzubringen, ist bewundernswert", sagt ihre Kollegin Edith Heard, Abteilungsleiterin am Institut Curie.

Geneviève Almouzni studierte Biologie an der École Normale Supérieure in Paris. Sie promovierte an der Universität von Paris und begann ihre berufliche Karriere im Labor von Marcel Mechali. Dort gelang es ihr, die kritischen molekularen Mechanismen der DNA-Replikation und des "Chromatin Assembly" zu identifizieren. Nach ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin am CNRS wechselte sie 1991 ins Laboratory of Molecular Embryology (LME) zu Alan Wolffe, einem Wissenschaftler, der maßgeblich dazu beitrug, dass Chromatin als Forschungsgebiet populär wurde. Im Jahr 1994 wurde Geneviève Almouzni als Junior-Forscherin vom CNRS (Centre national de la recherche scientifique) ausgezeichnet und begann ihre Arbeit als Nachwuchsgruppenleiterin am Institut Curie.

Die Preisträgerin arbeitete als Forschungsleiterin und stellvertretende Direktorin des Institut Curie. Sie erhielt die Silbermedaille des CNRS und war Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des European Molecular Biology Laboratory und Ausschussmitglied des European Research Council (ERC). Vor kurzem erhielt sie einen ERC Advanced Investigator Grant und einen Laboratory of Excellence Zuschuss vom Französischen Forschungsministerium. Seit 2001 ist Geneviève Almouzni gewähltes Mitglied des EMBO Council.   (© EMBO, AcademiaNet)
Yvonne Kaul, Elke Reinecke

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