AcademiaNet

Happy Birthday AcademiaNet!

3. 11. 2015 | Die Datenbank für exzellente Wissenschaftlerinnen besteht seit fünf Jahren – wie hat sich das Projekt entwickelt? Und was passierte im Leben unserer Forscherinnen?
Auf eine Anfrage des Redaktionsteams an alle Wissenschaftlerinnen mit eigenem Profil in der Datenbank bekamen wir wunderbar vielfältige und zahlreiche Rückmeldung. Mehrere unserer jüngeren Mitglieder berichteten, nun eine unbefristete Professur beziehungsweise einen Lehrstuhl innezuhaben. Die bereits zu Beginn des Projekts arrivierten Frauen schreiben von zunehmenden und gerne angenommenen höheren Ämtern in Wissenschaftsorganisationen, Berufsnetzwerken oder an den Universitäten selbst. „I became a ‚politician’ during that time, it is lots of work, but also fun!“ fasste es Prof. Andrea Abele-Brehm zusammen.


Videobotschaft von Kanzlerin Angela Merkel zum AcademiaNet-Geburtstag

Tatsächlich fiel auch uns als Redaktion auf, dass wir zu Beginn unserer Arbeit für AcademiaNet noch öfter schreiben mussten: „die erste Frau, die ...“ – und sich besonders in diesem Jahr erfreulich viel tut in den Führungsetagen. So konnten wir melden, dass Pascale Ehrenfreund Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt wurde und Thisbe Lindhorst Präsidentin der Gesellschaft Deutscher Chemiker.

Vor drei Jahren hatten wir redaktionell einen Astronomie-Schwerpunkt gesetzt, beflügelt von den Spitzenforscherinnen in unserem Netzwerk, und freuen uns von daher natürlich besonders über die tolle Entwicklung in diesem Bereich, die uns Professorin Eva Grebel schildert: „In astronomy, there were quite positive developments for female scientists over the past five years: The number of female astronomy professors (W2/W3) at German universities increased from three to seven. Also, there are now three female directors at astronomical Max Planck Institutes and one at an astronomical Leibniz Institute. Moreover, AcademiaNet has become an important tool for appointments committees for professorial positions as well as for suggestions of candidates for the review board (Fachkollegium) of the German Research Foundation.“

Start des Internetportals AcademiaNet
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(© S. Hanel)


Start des Internetportals AcademiaNet | mit einer feierlichen Veranstaltung in der Berliner Akademie der Wissenschaften, November 2010

Zu AcademiaNet selbst: Den Startknopf drückte im November 2010 Angela Merkel bei der Festveranstaltung in der Berliner Akademie der Wissenschaften. Die Präsidentin des dänischen Grundforskningsfond, Professorin Liselotte Hojgaard, erinnert sich: „Der Start von AcademiaNet war ein magischer Moment." Zu diesem Zeitpunkt waren etwa 500 Profile überwiegend deutscher Wissenschaftlerinnen hinterlegt. Die Initiatorin des Portals, Dr. Ingrid Wünning Tschol, stellte fest, dass Deutschland im europäischen Vergleich „einfach nicht gut da steht“ und sah Handlungsbedarf.

AcademiaNet-Broschüre
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(© Spektrum.de)


AcademiaNet-Broschüre "No more Excuses!"
Broschüre zum Download (pdf)

Seither tat sich viel. Das Portal hat sich internationalisiert und hält nun knapp über 2000 Profile von Forscherinnen aus 34 Ländern bereit. Ganz wesentlich für die Aufnahme neuer Wissenschaftlerinnen in die Datenbank ist die Arbeit der großen Wissenschaftsorganisationen – denn nur diese dürfen neue Forscherinnen nominieren. Erfolgversprechend für die weitere Entwicklung des Projekts ist also auch die Zahl von mittlerweile 48 Partnerorganisationen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, unter ihren Mitgliedern geeignete Kandidatinnen zu finden und zu fördern.

Allerdings gab es nicht nur erfreuliche Rückmeldungen auf unsere Umfrage. Leider haben auch AcademiaNet-Wissenschaftlerinnen unerfreuliche Situationen am Arbeitsplatz erlebt, beobachten strukturelle Benachteiligung und bekamen zu spüren, dass ihre männlichen Kollegen noch die Entscheidungen in manchen Bereichen dominierten. Deswegen werden wir uns gerne den positiven Aufruf von Professorin Joanna Wardlaw zu Herzen nehmen, die uns schrieb: „Keep up the good work – positive promotion of equality is the only thing that will help."

Als Ausblick in die Zukunft taugen vielleicht die wunderbaren Zeilen von Dr. Lone Wandahl Mouyal, die seit April 2015 neues Mitglied bei AcademiaNet ist: „Just the last year - while on maternity leave with my second daughter - I received a research grant by the Danish Research Council; received an additional research talent prize, the Sapère Aude by the Danish Research Council; wrote two peer-reviewed academic articles; finished a book contribution; launched the Nordic Network for Investment Law (the NNIL) where I planned, organized and conducted the first meeting; and spent the most precious time with my little baby Caroline :-).“ Herzlichen Glückwunsch Lone Wandahl Mouyal – das klingt großartig! Happy Birthday AcademiaNet – auf weitere erfolgreiche Jahre!

Ein großes Dankeschön an alle Wissenschaftlerinnen, die sich an der Umfrage beteiligt haben. Ihre Beiträge haben uns sehr gefreut!


  (© AcademiaNet)
Stephanie Hanel

Nähere Information zu

No more excuses!

  1. Lesen Sie in dieser Broschüre mehr über AcademiaNet und Europas Spitzenforscherinnen.

Nachrichten

  1. Biodiversität kann Klimarisiken mindern

    Leiterin Kirsten Thonicke vom PIK und ihr Team konnten zeigen, dass ein Wald mit einer großen Vielfalt von Pflanzen besser auf Klimastress reagieren kann.

  2. Im Takt mit dem Ozean

    Ein Team aus Klimaforscher/innen um Katja Mattthes konnte zeigen, dass die Abkühlung in der sogenannten Tropopause Teil einer natürlichen, jahrzehntelangen Schwankung sein könnte, die von den Wassertemperaturen des Pazifiks gesteuert wird.

  3. Posttraumatische Belastungsstörung

    Wissenschaftler/innen um die renommierte Psychologin Anke Ehlers begleiteten 386 Notfallsanitäter/innen während ihrer Ausbildung und untersuchten, wie diese mit belastenden Ereignissen umgingen.

  4. Elegante Algorithmen

    Prof. Susanne Albers, Lehrstuhl für Theoretische Informatik an der Technischen Universität München, über eigene Ansprüche, Performanz und die Endlichkeit der Zeit.

  5. Endokrinologie: die Lehre von den Hormonen

    Zur Gruppe der Steroidhormone gehören die wichtigsten Sexual- sowie einige Stresshormone. Wir stellen vier AcademiaNet-Forscherinnen vor, die sich mit diesen Hormonen befassen: Wiebke Arlt, Elisabet Stener-Victorin (Foto), Inger Sundström Poromaa und Mirjam Christ-Crain.