Auszeichnung

Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2017 für Marion Silies

4. 5. 2017 | Die AcademiaNet Forscherin Dr. Marion Silies ist eine von 10 Empfängern des Heinz Maier-Leibnitz-Preises 2017. Der mit 20.000 € dotierte Award wird seit 40 Jahren jährlich an die vielversprechendsten Nachwuchswissenschaftler Deutschlands überreicht.
Die kritische Leitung
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(© Fotolia / benjaminnolte)


Die kritische Leitung | Im Fliegengehirn untersucht Marion Silies, welche Nervenbahnen für das Bewegtsehen unabdingbar sind.

Dr. Silies, seit 2014 Nachwuchsgruppenleiterin am European Neuroscience Institute (ENI) in Göttingen, bekam den Preis wegen ihrer Arbeiten am Bewegungssehen der Fruchtfliege Drosophila melanogaster. Ihre Arbeit widmet sich vor allem der Frage, wie neuronale Netzwerke kritische Rechenoperationen ausführen und wie sensorische Systeme diese Berechnungen nutzen, um Informationen aus der Umgebung zu extrahieren und Verhalten zu steuern.


In ihrer Forschung nutzt sie eigens entwickelte genetische Werkzeuge. Mit ihnen beeinflusst ihr Team die neuronale Funktion in spezifischen Zellen und identifiziert neuronale Netzwerke des Sehens. Das funktioniert ganz ähnlich wie die Suche nach einer spezifischen Sicherung im Sicherungskasten: Wenn alle Sicherungen der Reihe nach ausgeschaltet werden, während das Licht in einem Zimmer brennt, kann man überprüfen, welche Sicherung mit der Stromversorgung in diesem Raum zusammenhängt. Durch ähnliche Versuche im Fliegengehirn konnten jetzt diejenigen Nervenzellen identifiziert werden, die für das Bewegungssehen notwendig sind. Mit genetischer Manipulation schaltet Dr. Silies Team einzelne Nervenzellen aus und testet dann, ob Fliegen noch immer auf Bewegungsreize reagieren. Die so identifizierten Zellen können dann weiter physiologisch untersucht werden, um ihre genaue Rolle im Netzwerk zu verstehen, beispielsweise durch Messung der Hirnaktivität in der lebenden Fliege. Zusätzlich können die Forscher einzelne Gene "an" oder "aus" schalten und so mehr über die Erbanlagen lernen, die für die physiologischen Eigenschaften von Zellen des Bewegungssehens notwendig sind.


Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gilt als der wichtigste Preis für den Forschernachwuchs in Deutschland. Für die diesjährige Preisrunde waren insgesamt 154 Forscherinnen und Forscher aus allen Fachgebieten vorgeschlagen worden, von denen 14 in die engere Wahl kamen. "Wir haben uns über die besonders zahlreichen Vorschläge im Jubiläumsjahr des Preises sehr gefreut", sagte die Vorsitzende des Auswahlausschusses, die Mathematikerin und DFG-Vizepräsidentin Prof. Dr. Marlis Hochbruck: "Die zehn Preisträgerinnen und Preisträger zeigen in hervorragender Weise, wie gut es um die wissenschaftliche Qualität und Qualifikation vieler junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland bestellt ist."


  (© DFG / AcademiaNet)

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