Forschung

Lisa Kaltenegger erhält Auszeichnung der Simons-Stiftung

Suche nach dem Ursprung des Lebens

13. 9. 2013 | Lisa Kaltenegger vom Max-Planck-Institut für Astronomie ist als eine der ForscherInnen der Simons Collaboration on the Origins of Life benannt worden. Dr. Kaltenegger ist Expertin für die Charakterisierung extrasolarer Planeten mit dem Schwerpunkt Nachweisbarkeit potenziell lebensfreundlicher Bedingungen auf solchen Planeten. Die Auszeichnung der Simons-Stiftung ist mit einer Million Dollar dotiert.
Die Frage nach dem Ursprung des Lebens ist eine der großen ungelösten Fragen unserer Zeit. Jetzt hat die Simons-Stiftung mit Sitz in New York City ein Netzwerk von Wissenschaftlern geschaffen, das der Erforschung dieser Frage gewidmet ist: Die Simons Collaboration on the Origins of Life wird ForscherInnen aus Forschungsfeldern von Astrophysik bis Molekularbiologie zusammenbringen, um Fragestellungen rund um den Ursprung des Lebens anzugehen – von den astronomischen Voraussetzungen für das irdische Leben bis zu den chemischen Prozessen, in denen die ersten Protozellen entstanden.
Dr. Lisa Kaltenegger
Bild vergrößern
(© Elisabeth Schuh)


Dr. Lisa Kaltenegger

Nun wurde Lisa Kaltenegger als Mitglied der Simons Collaboration benannt. Kaltenegger forscht sowohl als Leiterin der Emmy-Noether-Forschungsgruppe "Supererden und Leben" der DFG am Max-Planck-Institut für Astronomie, als auch am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics. Sie ist Spezialistin für die Charakterisierung derjenigen Sorte Exoplaneten, die am interessantesten für die Suche nach Leben auf fremden Planeten ist: der Erde ähnliche Felsplaneten, auf denen flüssiges Wasser existieren könnte – eine Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen.

Kaltenegger erhält von der Simons-Stiftung ab 1. September 2014 über 5 Jahre jährlich 200.000 Dollar an Forschungsmitteln; insgesamt eine Million Dollar. Sie wird das Geld einsetzen, um Modelle für "spektrale Fingerabdrücke" der Atmosphären von Exoplaneten zu untersuchen, also diejenigen Spuren, die verschiedene chemische Elemente in diesen Atmosphären in dem Licht hinterlassen, welches wir von diesen weit entfernten Planetensystemen empfangen. Kaltenegger modelliert dabei insbesondere spektrale Fingerabdrücke für erdähnliche Planeten, die bislang jenseits der astronomischen Beobachtungsmöglichkeiten liegen. Auf diese Weise schafft sie Voraussetzungen für zukünftige Beobachtungen, die eines Tages Leben auf diesen bislang unerforschten Welten nachweisen könnten.

"Dieser Preis ist eine wunderbare Chance, die Vielfalt der verschiedenen neuen Welten um uns herum zu erforschen," sagt Kaltenegger. "Mit seiner großen Bandbreite von Biologie bis zu Astronomie bietet das neue Netzwerk eine einzigartige Gelegenheit, mehr über andere Welten und den Ursprung des Lebens zu lernen – und es ist aufregend, ein Teil davon zu sein!"   (© Max-Planck-Institut für Astronomie, Heidelberg / AcademiaNet)
Dr. Markus Pössel

Nähere Information zu

No more excuses!

  1. Lesen Sie in dieser Broschüre mehr über AcademiaNet und Europas Spitzenforscherinnen.

Nachrichten

  1. March for Science

    Letzten Samstag gingen rund um den Globus Menschen auf die Straßen, um für Wissenschaft und Vernunft zu demonstrieren. Auch AcademiaNet Wissenschaftlerinnen nahmen an den Protesten teil.

  2. Tulpen, Viren und eine Wirtschaftskrise

    Wie das alles zusammen passt, erzählt Karin Mölling im Spektrum-Interview.

  3. AcademiaNet Club Bremen-Oldenburg gegründet

    Wissenschaftlerinnen der Universitäten Oldenburg und Bremen gründeten den lokalen AcademiaNet Club auf Anstoß der Robert Bosch Stiftung.

  4. "Wir alle mögen Farben, die wir benennen können"

    Prof. Anna Franklin untersucht, wie unsere Farbwahrnehmung von den Worten bestimmt wird, mit denen wir die Farben beschreiben.

  5. Für Gott und falsche Versprechungen in die Unterdrückung

    Warum schließen sich immer mehr junge Frauen aus dem Westen freiwillig dem IS an? Professorin Susanne Schröter erklärt im Interview, mit welchen Versprechungen Mädchen nach Syrien gelockt werden.